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Vom Preußenfort zum Park … Eine Fahrradtour im Rahmen des Echy-Programms: Grünsystem

Wann: Sonntag, den 16. 09. 2018,  um 11:00 Uhr

Treffpunkt: Bergisch-Gladbacher-Str. /Ecke Genovevastraße

Referenten: Dr. Martin Turck/Fortis Colonia e.V. in Kooperation mit Bürgerinitiative Grüne Lunge Köln

Länge: 12 Km  – Dauer: etwa 3,5 Stunden

Nach der Entfestigung der Kölner Verteidigungsanlagen konnte der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer nach aufwendigen Verhandlungen in Berlin Teile der preußischen Wehranlagen erhalten und insgesamt die Grundstücke dieser großen Werke für die Stadt Köln erwerben. Er ließ auf den Bauten und auf deren geschleiften Partien die unterschiedlichsten Parkanlagen durch Kölns Gartenamtsleiter Fritz Encke entwerfen.

Die erste zu besichtigende Anlage auf dem Zwischenwerk XIb an der Cottbuser Straße entbehrt zwar die einstige Blumenpracht, ist aber noch in ihrer vielfältigen Struktur erlebbar. Dagegen wurde die Kehlkaserne von Fort XII Mitte der 1970er Jahre abgetragen und die einstige Grünanlage teilweise überformt. Die tiefen Festungsgräben, deren Mauern bei der Schleifung Anfang der 1920er Jahre beseitigt wurden, zeichnen heute noch die ungefähren Umrisse des Forts nach. Die Enckesche Grund- und Aufrissstruktur ist in der modernen vereinfachten und großzügigen Gestaltung nur noch zu erahnen.

 

Wie alles begann 

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Am Anfang herrschten Bedauern und Sorge.  
Bedauern darüber, dass immer mehr der preußischen Festungsanlagen in den Kölner Grünanlagen verfielen oder abgeräumt wurden und die Sorge, dass diesem Prozess scheinbar unaufhaltsam ein historisches Erbe zum Opfer fiel, das einen wesentlichen Zeitraum der Stadtentwicklung Kölns dokumentiert. War es für den damaligen Oberbürgermeister der Stadt Köln, Konrad Adenauer noch eine „Lebensfrage“, dass möglichst viel von den Forts und Zwischenwerken bei der „Entfestigung“ nach dem 1. Weltkrieg erhalten blieb, wurden eben diese Bauten nach dem 2. Weltkrieg eher als Denkmäler des Militarismus für nicht erhaltenswert erachtet und teilweise dem Verfall preisgegeben oder gar abgerissen. Folge: Die Bauwerke verschwanden aus dem Bewusstsein der Kölner Bürger.

Erst zum Jahrtausendwechsel begann sich ein Paradigmenwechsel durchzusetzen. Im Jahr 2000 beteiligte sich Köln als einziger deutscher Teilnehmer an der Veranstaltung Eurofort. Etwa zeitgleich entstanden ein Verein (AFK, seit 1998) und eine Gruppierung (CRIFA) Kölner Bürger, deren Vereinsziel die Untersuchung und Bewahrung der Bauwerke der ehemaligen Festung Köln ist. Einen weiteren wichtigen Schritt zur Rettung des militärhistorischen Erbes bildete der 2004 von Dr. Henriette Meynen als Mitarbeiterin des Stadtkonservators initiierte und zunächst nur auf die Preußenzeit fokussierte „Tag der Forts in Köln“. An seiner Gestaltung arbeiteten neben den bereits genannten Gruppierungen Mitglieder des RVDL und des Kölner Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen sowie Privatpersonen ehrenamtlich mit. Mit jedem Jahr nahm die Zahl ehrenamtlicher nicht organisierter Mitarbeiter zu, die Angebote konnten ausgeweitet werden und umfassten schließlich die 2000 Jahre der Geschichte Kölns als einer wehrhaften und bedeutenden Stadt. Das Ziel, das erweiterte Wissen über das einst befestigte Köln und die daraus resultierende Stadtentwicklung zu vermitteln, wurde jedoch immer schwieriger. Wie sollte man die Forschung fördern und die Bewahrung und Dokumentation des hieraus resultierenden kulturellen Erbes unterstützen?
Im Sommer 2009 beschlossen interessierte Privatpersonen einen Verein zu gründen, der sich im Unterschied zu bestehenden Gruppen mit 2000 Jahren Kölner Stadtbefestigungen – aus der Römerzeit, Mittelalter, Neuzeit und Preußen – einschließlich der Auswirkungen der Stadtbefestigungen auf die gegenwärtige Stadtstruktur sowie die Um- und Nutzungsmöglichkeiten der historischen Bauten befasst. Am 13. März 2010 stellte sich der neu gegründete und beim Amtsgericht als FORTIS COLONIA eingetragene Verein der Öffentlichkeit vor. Seit dem ersten Aktionswochenende am 5./6. Juni 2010 bietet der Verein in unregelmäßigen Abständen Führungen, Vorträge und Exkursionen an. Alljährlich bietet das dreitägige Aktionswochenende „Kölner Festungstage“ Führungen und Vorträge zum Thema wehrhaftes Köln mit jeweils wechselndem Schwerpunkt, etwa 2015: „Frühe Preußenzeit“ oder 2016: „Kölner Befestigungen und öffentliches Grün“. In Publikationen – dem jährlich erscheinenden „Fortis Das Magazin“ und in lockere Folge erscheinenden Büchern der vereinseigenen Schriftenreihe – werden alle Mitglieder über das bisherige Wissen und die neuen Erkenntnisse informiert.

Auch über Ihre Mitgliedschaft oder eventuell sogar Mitarbeit würde sich der noch junge Verein freuen. Kommen Sie doch einfach einmal zu einer unserer Veranstaltungen.

Wissenschaftlicher Beirat

Dipl.-Ing. Hannelore Jung,

Architektin

Andreas Kupka, M.A.,

Historiker und Archäologe, Präsident der deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e. V.

Prof. Dr. Hans Leisen,

Geologe, Schwerpunkt: Konservierung von historischer Bausubstanz

Prof. Dr. Klaus Militzer,

Historiker, zunächst im Historischen Archiv der Stadt Köln,

emeritierter außerplanmäßiger Professor an der Ruhr-Universität Bochum, Schwerpunkt Mittelalter

Dr. Dorothea Wiktorin,

Geographin an der Universität Köln, Schwerpunkt: Stadtgeographie