Geschichte als tägliche Realität
Die Zielsetzung des Vereins geht aber weit über die Militärgeschichte hinaus. Schließlich beeinflusst die Festungsgeschichte bis heute in vielfältiger Weise das tägliche Leben der Kölnerinnen und Kölner:
Wir fahren über die "Burgmauer", den "Katharinengraben" oder den "Severinswall", wir flanieren auf den "Ringen". Mit der Stadtbahn passieren wir den "Eifelwall" oder fahren mit dem Zug am Containerbahnhof "Eifeltor" vorbei. Der Autoverkehr wälzt sich über den "Militärring". Wir gehen im Rheinpark spazieren oder im Inneren und Äußeren Grüngürtel. Wir leiden mit dem FC im Stadion und manches Kölner Wohnzimmer hat keine rechtwinkligen Zimmerecken.

Dies alles hat in irgendeiner Weise mit dem befestigten Köln zu tun: Straßennamen erinnern an alte Stadtbefestigungen, deren Verlauf sie folgen. Und in manchen Kellern der Altstadt gibt es noch Überraschungen, weil die Häuser auf der römischen Stadtmauer stehen. Aber auch die großzügigen Grünanlagen aus den 1920er Jahren oder das "Müngersdorfer Stadion" wären ohne die Festung Köln undenkbar: Sie konnten nur entstehen, weil vor der Festung das Schussfeld nicht bebaut werden durfte.
Das Geißbockheim im Äußeren Grüngürtel steht sogar auf einem alten preußischen Zwischenwerk. Und manche Häuser in den Vororten sind nicht rechtwinklig, weil die Grundstücksgrenzen einer historischen Schusslinie folgen mussten.